Werte in Scrum: Mit Transparenz und Teamkultur zum Erfolg [Teil 3/3]

Markus Stroh - 05.3.2019

In den ersten beiden Teilen dieser Serie wurde kurz und knapp ein erster Eindruck gewährt, warum Scrum für Dienstleister und Auftraggeber beiderseits Vorteile offerieren kann. Im letzten Teil unserer Mini-Serie soll noch einmal die Scrum-Historie und vor allem das Mindset herausgestellt werden, da es maßgeblich zum Erfolg beiträgt. Scrum ist kein Selbstläufer, sondern bedarf eines hohen Engagements auf allen Seiten. Das Verständnis auf Kunden- und Dienstleisterseite muss dafür das Gleiche sein, was bei einer Vielzahl von unterschiedlichen Charakteren nicht immer einfach ist. Deshalb sind Teamkonstellation, Transparenz und Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg.

Die ganze Serie im Überblick:

> Teil 1 / Scrum und die Chancen auf Kundenseite

> Teil 2 / Scrum und die Chancen auf Dienstleisterseite

> Teil 3 / Scrumwerte – Mit mehr Transparenz und Teamkultur zum Erfolg

  

Wie die Scrum-Historie das Wertgefüge beeinflusst

Die Anfänge von Scrum liegen in Japan und basieren auf starken Erfahrungswerten in Produktentwicklung, Teambuilding und psychologischen Verhaltensweisen von Gruppen. Das was wir heute als Scrum in der agilen Entwicklung kennen, wurde auf dieser Grundlage in Amerika weiter getrieben und fußt noch stärker auf den inneren Werten der Menschen, sowie den drei Grundpfeilern von Scrum: Inspection, Adaption und Transparency. Stärker als so manch anderes Modell basiert es weniger auf Vorhersage, als mehr auf empirischen Daten, die einem stetigen Zyklus der Betrachtung und Verbesserung unterzogen werden. Transparenz über alle Ebenen hinweg zu schaffen und damit Vertrauen und Kollaboration zu fördern sind bis heute zentrale Ankerpunkte. Zuletzt stellte „The Agile Manifesto“ auch funktionierende Software, enge Zusammenarbeit, das Antizipieren von Veränderungen und vor allem die Menschen hinter den Kulissen in den Mittelpunkt. Das Zusammenspiel dieser Entwicklung zeigt, auf welchen Grundwerten Scrum beruht. Es geht um Synergien aus Kunde und Dienstleister, um intensive Zusammenarbeit sowie um Offenheit und Vertrauen. Diese Gedanken sollten bei der Umsetzung mit Scrum stets präsent sein und von allen Beteiligten gefördert werden.Wenn Sie noch mehr über die Chancen und Möglichkeiten von Scrum oder Agilität im Generellen erfahren möchten, dann empfehle ich unser neues Whitepaper „Scrum erklärt“. Dort gewinnen Sie einen ersten Eindruck was Scrum ist und bekommen authentische Beispiele aus dem Alltag eines agilen Dienstleisters.

 

Das Zusammenspiel im Team

Der Scrum Guide empfiehlt eine kleine schlagfertige Truppe von crossfunktionalen Individuen, um im Zusammenspiel von 3 bis 9 Leuten alle definierten Anforderungen umsetzen zu können. Nicht Top-Down-Entscheidungen, die durch das Management forciert werden, stehen im Mittelpunkt sondern Eigenverantwortung und Selbstorganisation durch das Entwicklerteam. Die Umsetzungsexperten werden zu Kundenberatern, zu Optimierern, zu Sprintplanern und meist zu geschätzten Ansprechpartnern für den Kunden.

Die zwischenmenschlichen Komponenten und den Prozesserfolg garantiert dabei in der Regel der Scrum Master. Er optimiert den Prozess, coacht das Team und verbessert die Kundenbeziehungen. Gemeinsam mit dem Product Owner und den Entwicklern bildet er das Scrum Team. Der Product Owner ist meist auf Kundenseite zu finden. Er verantwortet nicht nur das Produkt, sondern es geht primär um seine Vision. Dass der Product Owner ein integraler Bestandteil des Scrum Teams ist und nahe mit den Umsetzern kollaborieren sollte zeigt bereits, wie unterschiedlich das Gedankengut in Scrum im Vergleich zu klassischen Projekten gelagert ist. Der Product Owner kommuniziert die Vision und die Anforderungen und erhält dafür Beratung und Unterstützung durch das Entwicklerteam. Gemeinsam wird geschaut, was der optimale Weg ist, welche Hindernisse sich in den Weg stellen und wie man damit umgehen soll. Hierarchiedenken und Top-Down-Ansätze sollten verschwinden. Ein gemeinschaftliches und projektweites „Du“ hilft die klassischen Gedankengräben aufzuschütten. Nur wer näher zusammenrückt, kann auch vom agilen Vorgehen maximal profitieren.

 

Transparenz und Kommunikation als Schlüsselfaktoren

Das Vertrauensverhältnis von Entwicklerteam, Scrum Master und Product Owner ist essentiell und kann nur gelingen, wenn Entscheidungen und Probleme möglichst transparent behandelt werden. Der Kunde auf der einen Seite muss sich abgeholt fühlen und immer auf dem aktuellen Wissensstand des Projekts sein. Regelmäßige Rücksprachen sind deshalb ebenso unerlässlich, wie die offene Kommunikation von möglichen Hürden. Auch wenn Schwierigkeiten auftreten, sollte der Product Owner immer auf dem Laufenden gehalten werden. So kann gemeinsam an einer Lösung gearbeitet werden und das Vertrauen wird gestärkt. Umgekehrt sollte auch der Product Owner immer ein offenes Ohr für das Entwicklerteam haben. Zwar ist es sein Recht und seine Verantwortung seine Vision umzusetzen, doch Ratschläge der Entwickler oder des Scrum Masters sollten in seinem Entscheidungsprozess nicht ungehört bleiben. Wenn jeder begründen darf, warum er für diese oder jene Entscheidung plädiert, fühlen sich alle wertgeschätzt und der Product Owner kann auf einem höheren Wissenslevel seine Entscheidungen treffen. Aber egal wie diese ausfällt, sie sollte nicht angezweifelt werden. Um diese Transparenz zu etablieren ist es unerlässlich sich an die Meetings aus dem Scrum Guide zu halten und diese zu leben. Alle Meetings dienen dem spezifischen Zweck über alle Ebenen hinweg immer wieder Transparenz zu schaffen und die Chance zu eröffnen, frühzeitig die Weichen neu zu stellen. Lässt man Bestandteile dieser Kette weg, zerbricht sie. Flankierend sollten alle Projektbeteiligten zu jeder Zeit die Möglichkeit haben den Fortschritt einzusehen. Egal, ob Reporting-Dashboard, analoge Whiteboards oder digitale Sprintplanungssysteme - wichtig ist, dass eie Dokumentation existiert, alle davon wissen und sie zu lesen wissen.

 Ich freue mich über Fragen, Erfahrungsberichte und Diskussionen in den Kommentaren!

Fazit 

 

Agile Projekte können sowohl für den Kunden, als auch für den Dienstleister viele Vorteile bringen – wenn sie mit dem richtigen Mindset angegangen werden. Auch wenn Scrum in einigen Projekten nicht die richtige Methodik sein mag, bin ich überzeugt davon, dass einzelne agile Elemente auch in klassischen Projekten gewinnbringend sein können. Scrum ist nur ein Framework, bietet also lediglich den Rahmen. Wie die Ausgestaltung dieses Rahmens aussieht muss in jedem Fall neu betrachtet werden und bietet damit auch Räume für eine individuelle Ausprägung. Wichtig ist, die richtigen Experten, Partner und Kollegen an seiner Seite zu haben.

Tags: Agile Business - Beratung & Strategie

Kommentar

newsletter-phone

Arithnea Newsletter

Ob Technikhotline oder virtueller Bankberater – dank innovativer KI-Technologien erobern sich Chatbots zunehmend breite Anwendungsfelder. Der Unterschied zwischen menschlichem und digitalem Ansprechpartner wird dabei immer weniger wahrnehmbar.