SOFA-TALK / Schätzmethoden, Story Points & Reporting, Teil 3

Markus Stroh - 02.06.2020

Im dritten Teil der Blogreihe möchte ich nach Story Points und Schätzmethoden auch auf agiles Reporting eingehen. Auch das war Teil unserer Diskussion im SOFA-Talk (Scrum Open Forum ARITHNEA) und ich möchte die Ergebnisse an dieser Stelle zusammenfassen.

Die dreiteilige Blogreihe im Überblick:

Allen Scrum-Interessierten empfehle ich auch unser Whitepaper "Scrum erklärt - Theorie und Praxis aus Sicht eines Scrum Masters"

Agiles Reporting

Irgendwie sucht uns das Thema Reporting immer wieder heim. Bei aller Agilität, Vertrauen und Transparenz bleibt es weiterhin wichtig, dass wir sehen, wie sich die Dinge in unserem Projektumfeld entwickeln, um davon lernen zu können. Ein interessanter Ansatz ist dabei die Story-Point-Varianz. Hier kann man sehr deutlich die Abweichungen bzw. Unsicherheiten ablesen, die in Story Points einfließen.

Wichtig ist auch hier nochmal der Apell aus Teil 1 der Blogreihe, daraus zu lernen und diese Werte nicht negativ auszunutzen. In unserem Beispielfall sieht man sehr deutlich, wie der untere und der obere Wert massiv auseinanderdriften, je mehr Story Points geschätzt worden sind. Offenbar sind diese Anforderungen sehr viel häufiger von Risiken, größeren Umfängen oder Unklarheiten betroffen. Das passt zu der Wahrnehmung und Anwendung von Story Points.

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Abbildung 4: Quelle: ARITHNEA

Insgesamt kann man daraus ableiten, dass es grundlegend immer sinnvoller ist, die Anforderungen einfach und klar geschnitten zu halten. Unklarheiten im Vorfeld abzuklären hilft zusätzlich eine Verschwendung in der Umsetzung einzudämmen. Außerdem sieht man, dass zwar der Best Case in allen Kategorien sehr gut aussieht, der Worst Case jedoch fast immer dazu führt, dass es gravierende Probleme in den Sprints geben wird.

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Abbildung 5: Quelle: ARITHNEA

Nicht nur in dem vorliegenden Beispielfall, sondern auch in der Diskussionsrunde wurde deshalb auch sehr schnell und einstimmig klar, dass bei uns eigentlich nie das volle Spektrum der Zahlenreihen ausgenutzt wird. Ein Team hört bei 8 Story Points auf, ein anderes bei 13. Alles was darüber liegt ist schlicht nicht greifbar und damit nicht sinnvoll umsetzbar. Hier muss im Vorfeld für eine bessere Aufarbeitung gesorgt werden.

 

Im Falle des Teams, das bei 8 Story Points den Schnitt ansetzt, bleibt anzumerken, dass die Kategorien 1,2 und 3 einen Großteil ausmachen und die 5 für sich steht. 8-Story-Point-Stories werden sehr selten durchgeführt und nur unter Schmerzen. Das sind Fälle, in denen kein besseres Aufteilen der Anforderungen möglich ist.

Take-Away

Die agile Welt ist sehr spannend und für viele immer noch neu. Auch in unseren SOFA-Talk Runden treffen wir immer wieder auf Missverständnisse und Unklarheiten. Genau deshalb ist es wichtig solchen Austausch zu leben und den Teams eine fachliche Unterstützung bei Seite zu stellen. Dies kann durch Developer Zertifizierungen erreicht werden oder durch gute Scrum Master, die nahe beim Team agieren und Wissenslücken auffüllen.

Abschließend sind Story Points ein gutes Mittel, um die turbulente und sehr komplexe IT-Welt zu abstrahieren, auch wenn der Einstieg oftmals sehr schwer ist.

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Tags: Agile Business - Beratung & Strategie - Inside-ARITHNEA

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