SOFA-TALK / Schätzmethoden, Story Points & Reporting, Teil 2

Markus Stroh - 12.03.2020

Im ersten Teil der Blogserie zu Schätzmethonde, Story Points und Reporting in Scrum habe ich von der Diskussion über Story Points in unserem SOFA-Talk (Scrum Open Forum ARITHNEA) berichtet. In diesem Beitrag möchte ich genauer auf die verschiedenen Schätzmethoden eingehen, die wir getestet und besprochen haben.

Die dreiteilige Blogreihe im Überblick:

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Agile Schätzmethoden

Schätzmethoden gibt es generell sehr viele. Die Einsatzpunkte für die entsprechenden Formen sind jedoch tiefgreifend unterschiedlich.

Planning Poker

Das klassische „Planning Poker“ nutzt dazu oft Karten auf abgewandelter Fibonacci-Basis und ist sinnvoll, um vergleichsweise präzise Abstimmungen in großer Gruppe mit anschließendem Austausch zu gewährleisten. Die Diskussion über Abweichungen ist essentiell und wichtig, da nur so die Gedankengänge der einzelnen Kollegen nachvollzogen werden können. Die Schätzung selbst erfolgt verdeckt und wird dann erklärt. Für eine überschaubare Menge an Stories bei guter Präzision ein gutes Mittel.

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Abbildung 1: Quelle Amazon https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/718K3D0uyiL._SX355_.jpg

 

T-Shirt-Sizes

Eine abstrahierte Fassung findet man in den „T-Shirt Sizes“. Hier untergliedert man mehrere der Fibonacci-Zahlen in Cluster und weist sie einer T-Shirt Größe zu, beispielsweise 1 = Small, 2-3 = Medium. Das hilft noch weiter zu vereinfachen, ist dadurch schneller aber unpräziser. Es gibt bei dieser Variante beliebig viele Abstufungen von XXXS bis XXXL. Man sollte darauf achten nicht zu viele Abstufungen zu nutzen, da ansonsten die Vereinfachung verloren geht. Aus der Praxis heraus bieten sich 3-6 Sizes an, gemessen daran mit welchen Maximalreihen ein Entwicklungsteam schätzt.

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Abbildung 2: Quelle Slideshare https://image.slidesharecdn.com/agilerelativesizing-v2-160707194129/95/user-story-sizing-using-agile-relative-estimation-52-638.jpg?cb=1468249700

 

Magic Estimation

Eine dritte Variation, die mittlerweile sehr bekannt ist und vor allem bei großen Mengen an User Stories bzw. Anforderungen genutzt wird ist die „Magic Estimation“. Sie soll dazu dienen extrem große Mengen an Anforderungen in kurzer Zeit grob einzuordnen. Dabei legt man die Zahlen der Fibonacci-Reihe auf langen Tischreihen aus und verteilt dann die Stories in beliebiger Reihenfolge unter den Anwesenden.

In Runde 1 verteilt jeder seine Anforderungen, so wie es subjektiv richtig erscheint. Dabei wird nicht gesprochen! In Runde 2 geht man im Kreis um die verteilten Anforderungen und verschiebt diese, sofern man glaubt, dass sie am falschen Platz liegen. Man wird hier bereits beobachten, dass sich einige Bestandteile gar nicht bewegen werden. Ebenfalls wird man beobachten, dass einige Bestandteile kontinuierlich den Platz wechseln. Das Spiel dauert je nach Umfang ca. 15 Minuten lang. Auch dabei wird nicht gesprochen. In Runde 3 bespricht man im Team die Objekte, die sich sukzessive immer wieder bewegt haben und keinen fixen Platz finden konnten. Hier liegt offenbar die größte Unklarheit vor. Das Ergebnis ist eine grobe Einordnung für viele Anforderungen in sehr kurzer Zeit. Dazu muss die Beschreibung der Stories klar und prägnant sein.

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Abbildung 3: Quelle: Wibas.com https://www.wibas.com/scrum/pkg/rc/Wibas-Intern/0/HEAD/file/f00312/abb_46a_Magic_Estimation.jpg

Take-away

Zusammenfassend kann man festhalten, dass es noch deutlich mehr Varianten, als die hier vorgestellten gibt und dass es sehr spezifische Anwendungsfälle dafür gibt. Deshalb sollte man sich im Vorfeld erst Klarheit verschaffen worauf der Fokus liegt: Masse, Präzision etc.

Tatsächlich konnte man sich bei uns in der Runde schnell darauf einigen, dass Planning Poker und T-Shirt Sizes schon gehört oder benutzt worden sind und dass man diese Varianten für einsetzbar hält.

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Tags: Agile Business - Beratung & Strategie - Inside-ARITHNEA

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