Scrum und die Chancen auf Dienstleisterseite [Teil 2/3]

Markus Stroh - 25.2.2019

Projekte die mit Scrum durchgeführt werden bringen viele Vorteile für den Auftraggeber mit sich. Die Anforderungen nehmen einen deutlich flexibleren Charakter an, als in klassischen Modellen. Alle Stakeholder können sich in regelmäßigen Abständen über den Projektstand informieren und im Optimalfall kann auch das Projektumfeld erste Erfahrungen mit Agilität sammeln und sich dann selbst transformieren. Doch auch für den Dienstleister macht Scrum die Projektarbeit in vielerlei Hinsicht besser und eröffnet neue Perspektiven.

Die ganze Serie im Überblick:

> Teil 1 / Scrum und die Chancen auf Kundenseite

> Teil 2 / Scrum und die Chancen auf Dienstleisterseite

> Teil 3 / Scrumwerte – Mit mehr Transparenz und Teamkultur zum Erfolg

  

Enge Zusammenarbeit mit Kunden und Stakeholdern

Scrum stellt die Weichen auf vollständige Transparenz, regelmäßige Inspektion der Arbeit und Vorgänge sowie stetige Adaption. Stakeholder sind nicht nur durch ihre Anforderungen im Projekt repräsentiert. Möglicherweise schreiben sie diese sogar selbst und befinden sich damit im unmittelbaren Austausch mit den Entwicklern. Dadurch können sich Experten miteinander unterhalten und vermeiden den Weg über Dritte. Präzisere Anforderungen und reduzierte Fehlerquoten sind oft das Resultat. Das fixe Review-Meeting am Ende eines jeden Sprints gibt auch den Entwicklern noch einmal die Chance etwas über den Blickwinkel der Stakeholder zu erfahren. Warum ist diese Anforderung so wichtig? Für welche weiteren Anforderungen stellt sie die Weichen? Nicht zuletzt können Stakeholder auch als Experten zum Sprint Planning eingeladen werden und so das Entwicklerteam mit ihrem Wissen unterstützen. Die Entwickler identifizieren sich dadurch stärker mit dem Projekt beziehungsweise Produkt.

Der Prozess selbst ist nicht auf Rechtfertigung und Verteidigung eingestellt, sondern er soll enge Zusammenarbeit und Expertenaustausch fördern. Häufig führt dieser Austausch bei Entwicklern zu einem besseren Verständnis für die Kundendomäne, eine intensivierte Beratung und optimierte Lösungsfindungen. Weiterhin steigt auch die Wertschätzung des Entwicklerteams. Sie können spezialisierte Lösungen vorstellen, diskutieren und sind auch für die Stakeholder sichtbar. So erhalten Entwickler meist mehr positives Feedback, im Vergleich zu distanzierteren Modellen.Wenn Sie noch mehr über die Chancen und Möglichkeiten von Scrum oder Agilität im Generellen erfahren möchten, dann empfehle ich unser neues Whitepaper „Scrum erklärt“. Dort gewinnen Sie einen ersten Eindruck was Scrum ist, auf was Sie sich einlassen und bekommen authentische Beispiele aus dem Alltag eines agilen Dienstleisters.

 

Mehr Verantwortung und Selbstentwicklung in der Basis

Scrum funktioniert nur durch intensive Selbstgestaltung, erhöhte Verantwortung, breiteres Wissen und aktive Teilnahme am Tagesgeschäft durch die Basis. Die Zusammenarbeit unter Kollegen und mit dem Kunden ist ein Schlüsselfaktor zum Erfolg. Entwickler sehen, dass sie Vorgänge und Anforderungen beeinflussen können. Aktivität wird begrüßt und gefördert. Dabei bieten sich auch gezielte Chancen zur Weiterentwicklung der einzelnen Individuen. Reines Abarbeiten bleibt Bestandteil des Alltags, wird jedoch ergänzt durch intensivere Beratung sowie Abstimmung und Optimierung, bei der jeder Einzelne seinen Beitrag leisten sollte.

Bereits zu Beginn eines jeden Arbeitszyklus – dem Sprint – geschieht die Planung vor allem unter Leitung des Entwicklerteams. In jedem Scrum Daily wird dann der aktuelle Fortschritt täglich inspiziert und durch das Team neu justiert. Der Zyklus mündet in der Vorstellung der erreichten Sprintfortschritte im Review-Meeting durch die beteiligten Entwickler. Die letzte Station eines jeden Sprints ist die Retrospektive in der selbstkritisch die Arbeit, der Prozess und die Werkzeuge betrachtet werden, damit kontinuierliche Adaption und Verbesserung gewährleistet ist. Das Entwicklerteam ist omni-präsent in Scrum.

 

Mit Schulungen zu verbesserten Ergebnissen

Die neue agile Herangehensweise findet unter Entwicklern meist großen Zuspruch, doch nicht jeder Mitarbeiter hat einen identischen agilen Reifegrad und die hohe Flexibilität. Verantwortung und Beratungsleistung sollte adäquat geschult werden. Dadurch wird nicht nur Scrum etabliert, sondern die Mitarbeiter auch in zentralen Gesichtspunkten des Alltags weiter professionalisiert. Ein erfahrener Scrum Master oder Kollegen mit einem hohen agilen Erfahrungsgrad können hier als Multiplikatoren dienen. Wird die Arbeitsatmosphäre in den Teams passend kultiviert, dann stellt sich oft schnell eine Verbesserung der Ergebnisse ein. Teamgrößen von 3 bis 9 Entwicklern intensivieren den Fokus und die Sichtbarkeit. Wesentliche Erkenntnisse aus der Teamentwicklung und der Psychologie finden sich im Deckmantel von Scrum wieder und erschaffen so ganzheitlich neue Möglichkeiten und Perspektiven in der Entwicklung und Abarbeitung von Projekten.

Ich freue mich über Fragen, Erfahrungsberichte und Diskussionen in den Kommentaren!

Take-away

Agiles Projektmanagement gewinnt bei der Umsetzung von komplexen Produkten immer mehr an Bedeutung. Gerade in der Softwareentwicklung arbeiten mittlerweile viele Teams mit Scrum oder Abwandlungen davon. Für Dienstleister und Kunden bieten sich in diesem Themengebiet, rund um Agilität, neue Herausforderungen und vor allem Chancen.

Tags: Agile Business - Beratung & Strategie

Kommentar

newsletter-phone

Arithnea Newsletter

Ob Technikhotline oder virtueller Bankberater – dank innovativer KI-Technologien erobern sich Chatbots zunehmend breite Anwendungsfelder. Der Unterschied zwischen menschlichem und digitalem Ansprechpartner wird dabei immer weniger wahrnehmbar.