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SCRUM: Die Retrospektive

Die Retrospektive im Scrum

Dynamischer Talk statt Frontalbeschallung

Es ist wieder soweit! Der firmeninterne Austausch von ARITHNEA zu allen Themen rund um Scrum und Agilität findet in der mittlerweile vierten Auflage statt. Rund alle zwei Monate treffen sich die Kollegen in den Gaming Rooms der jeweiligen Standorte oder connecten sich remote in den SOFA-Talks und tauschen sich über aktuelle Themenfelder rund um Scrum und Agilität aus. Das Scrum Open Forum ARITHNEA (SOFA) wurde Anfang 2018 ins Leben gerufen und erfreut sich seitdem reger Beteiligung unter den Kollegen.

 

Auf zwei roten Couches sitzt ein bunter Mix aus aktiven Scrum Mastern, agilen Projektleitern und Kollegen aus agil arbeitenden Teams. Im dynamischen Austausch untereinander und mit den Zuschauern widmet man sich ganz ungezwungen Bereichen, die einem im agilen Alltag immer wieder begegnen.

 

SOFA#4: „Die Retrospektive: Wie werden wir gemeinsam besser?“

 

In der vierten Auflage des Formats beschäftigen wir uns gemeinschaftlich mit der Retrospektive, also der kontinuierlichen Verbesserung innerhalb eines laufenden Projekts unter Beachtung von Prozessen, Tools und der allgemeinen Zusammenarbeit. Einziges Ziel: Gemeinsam lernen und besser werden.

Innerhalb von Scrum ist die Retrospektive ein fester Anker und sorgt damit für ein kontinuierliches Hinterfragen, sowie offenen Austausch unter den Projektteilnehmern. Die klassische Entwicklungswelt kennt dieses Format als „Lessons Learned“, mit dem gravierenden Unterschied, dass man hier meistens dann ansetzt, wenn es nicht mehr sehr viel zu verbessern gibt: am Projektende.

 

Retrospektiven sind sehr individuell und das ist auch gut so!

 

Jede Retrospektive kann vollkommen neu aufgebaut sein. In der Praxis empfiehlt sich ein kontextbezogenes Einarbeiten von Retro-Formaten, um aktuelle Entwicklungen in den Projekten und Teams abzuholen.

 

Ein klassischer Aufbau:

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Oftmals versucht man zu Beginn das Eis zu brechen und die Leute zu einem offenen und aufgeschlossenen Mindset anzuregen.

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Danach geht es weiter mit einer fokussierten Themenerhebung. Was sind gerade aktuelle Brandthemen? Wo sind wir gut, können aber noch besser werden? Mit was sollten wir auf jeden Fall aufhören, um uns nicht selbst zu schaden!

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Nachdem Themengebiete identifiziert worden sind, geht es darum die wichtigsten Themen herauszupicken und daraus klare Maßnahmen im Team zu diskutieren und festzuhalten. Die Faustregel in Scrum: Mindestens eine hoch priore Maßnahme pro Sprint und nicht mehr als 2-4 Themen, um diese auch wirklich nachhaltig bearbeiten zu können.

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Sind Maßnahmen erarbeitet, werden diese festgehalten und es wird eine Person zugewiesen, „die den Hut aufhat“. Das bedeutet nicht, dass diese Person dieses Thema allein und umfassend erarbeiten muss. Viel mehr schaut das Teammitglied, dass es einen optimalen Teilnehmerkreis findet und dann mit Teampower dieses Ziel abschließt.

Die Kontrolle findet dann wieder in der nächsten Retrospektive statt! Der Scrum Master macht sich mit regelmäßigen Rückfragen dazu im Sprint beliebt. 😉

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Finishing Words. Abhängig von der Situation kann man hier die Retro bewerten lassen, erfragen wie sich die Leute fühlen oder auch einfach nur mit einem positiven Vibe das Treffen schließen.

Ganz charmant: Kurze Runde bei der jeder sagt, was er selbst bräuchte, damit der kommende Sprint der Beste überhaupt wird. Die Ergebnisse sind oftmals spaßig, sehr greifbar und überraschend. Möglicherweise lässt sich vieles davon sogar umsetzen!

Hands-on Beispiele aus der Scrum-Fabrik

 

Ein paar Beispiele sollen im weiteren Aufzeigen was alles „geht“. Natürlich sind die Bilder nachgestellt und anonymisiert. Denn alles was in der Retro passiert, bleibt auch in der Retro! So sorgen wir dafür, dass sich die Leute öffnen und in einem sicheren Umfeld zu Hause fühlen.

 

Start / Stop / Keep / Shout ist eine sehr beliebte Technik, um zu erfragen mit welchen Dingen man lieber aufhören sollte, um in Zukunft besser zu werden. Mit was man loslegen sollte, was dringend beibehalten werden muss, weil es genauso richtig ist, und das emotionale „Shout“ bei Hintergründen die einen persönlich berührt haben.

SCRUM: Die Retrospektive

Eine weitere Variante schlüsselt auf nach „positiven Dingen vs. verbesserungsfähigen Dingen“, sowie nach „Internen (Team) vs. Externen (Kunde)“. Beides führt zu einem ähnlichen Ergebnis.

SCRUM: Die Retrospektive

Auch gern gewählt sind Stimmungskurven, um zu sehen wie die letzten Wochen bei den einzelnen Personen angekommen sind. Dabei zählen positive, wie negative Einflüsse und es können auch private Aspekte eingewoben werden. So war das Projekt vielleicht insgesamt sehr anstrengend, aber eine private Heirat kann zu Höhenflügen führen. Alternative Beispiele sind neue interessante Aufgabenfelder bei Teammitgliedern oder defekte Hardware.

Ressourcen – benutze was da ist!

 

Mit welchen Mitteln eine Retrospektive aufgebaut ist, wird dabei nebensächlich. Vom klassischen Stuhlkreis über Whiteboards, bis zu Pinnwänden oder digitalen Wikis kann man alles nutzen was das Team nach vorne bringt. Sollte man in verteilten Teams agieren, dann empfehlen sich digitale Varianten, Webcams und eine Telko.

 

Wer ein paar Ideenanstöße benötigt, dem empfehle ich zum einen die Webseite Retromat. Mit der man sich aus einer Vielzahl von Formaten eine ganz eigene Retrospektive zusammenbasteln kann. Es benötigt ein wenig Erfahrung, die richtigen Bausteine zusammenzufügen, gibt aber viele wertvolle Anreize.

Für Freunde klassischer Literatur kann ich „Agile Retrospectives – Making Good Teams Great“ (von Esther Derby, Ken Schwaber und Diana Larsen) sehr empfehlen.

 

In diesem Sinne: Scrum on and get better!

UPDATE: Hier noch ein paar Eindrücke aus dem SOFA-Talk vom 27.07.2018



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