Customer Experience 2/3 - MVP und optimale Road­map für das Projekt erarbeiten

Sonja Gossens-Apel - 27.02.2020

Wir haben bereits vorgestellt, wie ein Unternehmen seine Vision und die abgestimmte Strategie mit Hilfe einer zertifizierten Workshop-Methodik klar umreißen und fokussieren kann. In diesem zweiten Teil unserer Blogreihe geht es um die Roadmap, die Entwicklung eines MVP und die richtige weitere Vorgehensweise.


 

Customer Experience Schritt 2:
Optimale Roadmap und MVP für das Projekt erarbeiten

Fragen, die wir mit diesem Blogbeitrag beantworten:

 

 

Roadmap: Der strategiebasierte Fahrplan für weiteres Vorgehen  

Der Interaction Room selbst ist bereits so angelegt, dass die Beteiligten des Workshop-Teams im Ergebnis neben der Vision und der Strategie auch eine Roadmap für anstehende Projekte durch die richtigen Priorisierungen und Visualisierungen erhalten.



Die Roadmap ist ein seit Anfang der 2000er Jahre auch im deutschen Sprachraum verbreiteter Anglizismus der in manchen Milieus – insbesondere in Wirtschaft, Politik und Medien – gerne als Synonym für eine Strategie oder einen Projektplan verwendet wird. (…)

Eine Roadmap dient als Kommunikationsmedium und stellt eine Übersicht, wie sich eine Sache, meist ein Produkt, über einen strategischen Zeitraum entwickelt, visuell dar. Der Ausdruck wird in verschiedensten Forschungs- und Entwicklungsbereichen verwendet, dazu gehören z. B. Produkt-Roadmaps, Technologie-Roadmaps, Forschungs-Roadmaps und Branchen-Roadmaps. Kennzeichnend für die Roadmap ist der nur vorbereitende Charakter und die grobe Planung der auszuführenden Schritte über einen längeren Zeitraum, diese umfasst in der Regel mehr als ein Jahr. Die Roadmap dient dazu, langfristige Projekte in einzelne, leichter zu bewältigende Schritte zu strukturieren, wobei Unsicherheiten und mögliche Szenarien zur Zielerreichung betrachtet werden.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Roadmap (Stand: 12/2019)


Die Roadmap – oder in unserem Verständnis der Strategieplan – gibt also Aufschluss was der Fokus für die weitere Vorgehensweise ist. Soll es beispielsweise zunächst in Richtung Kundengewinnung gehen? Dann lägen sinnvolle weitere Projekte sicherlich in den Bereichen „Leadgenerierung“, „Kampagnenmanagement“, „User Experience“ und „Online-Performance“ – und hier mit sinnvollen Priorisierungen.

Anders der Bereich „Kundenentwicklung und Kundenbindung“: Hier lägen Projektanstrengungen mit Priorisierungen stärker im Bereich „Cross-Selling / Up-Selling“, „Kundenbindungsprogramme“, „Verstärkung der Service-Aktivitäten“.

 

 

Projektmanagement: Agil und flexibel mit dem MVP (Minimum Viable Product)

Wenn im Rahmen des Interaction Rooms der Fokus und die Priorisierung klar sind, dann kann man an die Spezifikation des Projektes gehen. Im Zuge einer agilen – also schnellen und hochflexiblen Projekt-Vorgehensweise empfiehlt sich das MVP.


Was ist ein MVP?

Das Konzept des Minimum Viable Product – wörtlich übersetzt ein „minimal überlebensfähiges Produkt“ – entstammt dem Lean Startup-Gedanken. Es ist die erste minimal funktionsfähige Version eines Produktes, das entwickelt wird, um mit dem kleinstmöglichen Aufwand die Bedürfnisse und Anforderungen, beispielsweise von Kunden, zu befriedigen.

Je nach Hauptziel des Teams und seiner Key Stakeholder wird „viable“ durch drei weitere Begriffe ersetzt. Diese machen die vielen Facetten konkreter und helfen dabei, das Konzept MVP je nach Kontext zu schärfen:

Minimum Testable Product:  Jeder Versuch, bei dem sich (kleine) Hypothesen klassisch testen lassen. Den Anfang machen die Thesen, die den größten Gewinn, in Bezug auf Wissen über Machbarkeit, Funktion, Value Propositions, Risiken oder Chancen bieten.

Minimum Useable Product: Jeder Versuch, der dem Nutzer einen (begrenzten) Nutzen bietet und der es ihm erlaubt, zu einer möglichen Verbesserung des Produkts Feedback zu geben. Der Fokus liegt weiterhin auf den Dingen, die den größten Mehrwert in Bezug auf Nutzen oder Feedback versprechen.

Minimum Loveable Product:  Jeder Versuch, den der Nutzer so gut findet, dass er das Produkt tatsächlich kaufen, dauerhaft nutzen oder anderen empfehlen würde. Im Idealfall ergibt sich das Minimum Loveable Product aus den durch Minimum Testable und Minimum Useable Products gewonnen Einsichten.

Quelle: http://www.digitalwiki.de/minimum-viable-product/

 


Grafik CX Projektvorgehen - MVP


Der MVP ist wie ein projektbezogener Durchstich
(vertikales Prototyping) durch alle Ebenen hindurch. Dies eignet sich besonders für Fälle, in denen noch Funktionalitäts- oder Implementierungsfragen ungeklärt sind. Abgeschlossene Teile können dann bereits umgesetzt werden, bevor die Anforderungen für den Rest komplett festgelegt wurden.  

Die Erarbeitung eines „Minimum Viable Product“ bietet ähnlich eines Durchstichs, die perfekten Ansätze für das vollständige Produkt (oder die vollständige Lösung) aber erhebt noch nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Es braucht im Zuge der Agilität einmal die vollständige Betrachtung auf hoher Abstraktionsebene – aber immer im Hinblick darauf, dass weitere Verbesserungen und Veränderungen jederzeit stattfinden können.

 

 

Konkrete Workshop-Outputs für das MVP:

  • Technologien: Wir kennen die Ist-Situation und haben eine Definition der Soll-Situation.
  • Personas: Wir kennen 1-2 Zielpersonen auf Persona-Ebene besser.
  • Touchpoints: Wir haben ein Verständnis darüber, wo definierte Zielgruppen unterwegs sind.
  • User Experience: Was sollte man in Richtung Benutzerführung berücksichtigen?
  • Performance: Wir kennen die Schwachstellen in der Ist-Situation und wissen, worauf wir achten müssen.

Ist das MVP fertig, so wird der Kunde sehr gut und anschaulich in die Lage gebracht, eine professionelle Bewertung vorzunehmen und sehr früh zu sagen, ob das Ergebnis seinen Vorstellungen entspricht – oder ob es da mehr braucht.

 

MVP - Fragen die sich in der Betrachtung ergeben:

  • Brauchen wir hier stärker den Technologieansatz?
    • Brauchen wir neue/weitere Technologien zur Umsetzung unserer Roadmap?
    • Welche Technologien brauchen wir konkret (haben wir eine Systemlandschaft, die wir berücksichtigen wollen (z.B. SAP)
  • Brauchen wir in Folge einen weiteren Beratungsansatz?
    • Müssen wir Themen strategisch weiter durchdenken?
    • Brauchen wir weitere Workshops, um in andere/neue Bereiche zu gehen?
    • Müssen Prozesse (intern/extern) weiter durchdacht werden?

 

 

Fazit aus Schritt 2: MVP & optimale Roadmap

Auf dem Weg zur digitalen Transformation ist die agile Vorgehensweise über ein MVP der klassischen Wasserfall-Methodik überlegen. Für den Kunden erlaubt diese Vorgehensweise das perfekte Eintauchen in die digitale Vision gepaart mit der Entwicklung einer passenden Unternehmens-Strategie. Im Zuge von „Der Weg ist das Ziel“ erhalten die Stakeholder im Projekt Step-by-Step die richtigen Erkenntnisse und können dann flexible Anpassungen auf dem Weg zu einem digital reifen Projekt vornehmen. Das Ergebnis ist in der Regel sehr viel durchdachter, zielgerichteter und in Summe letztlich auch kostengünstiger.

 

Hier geht es zu Teil 3 dieser Serie mit dem Thema "Der passende Dienstleister & die richtige Technologie für das Projekt"

Tags: Beratung & Strategie - Customer Experience - E-Business

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