Bounce Rate vs. Pogo Sticking: Was hat mehr Einfluss auf das Google Ranking?

Tarik Kilinc - 19.02.2020

Eine hohe Bounce Rate ist schlecht für das Ranking in Google – richtig? Falsch. Denn die Bounce Rate ist kein Ranking Kriterium per se. Doch ein wertvoller KPI (Key Performance Indikator) ist sie allemal. Wir erklären, wie genau die Bounce Rate und das Pogo Sticking im Zusammenhang stehen und welche Ranking-Faktoren wirklich relevant für Ihre Website sind. 

Grundsätzlich gilt: Für den Google-Algorithmus standen schon immer die Nutzer im Vordergrund. Websites und ihre Inhalte sollen Mehrwert schaffen und die Suchintention des Nutzers befriedigen. Nicht umsonst ist der erste von Googles Grundsätzen: „Der Nutzer steht an erster Stelle, alles Weitere folgt von selbst. Während früher maßloses Keyword-Stuffing betrieben wurdeum ein gutes Ranking zu erzielen, hat der Google-Algorithmus mit den Jahren dazugelerntSolche Maßnahmen spielen heutzutage nicht mehr positiv in das Ranking einer Website ein – im Gegenteil – in aller Regel führen sie sogar zu einer Abstrafung.   

Eine neue Ära für User Experience und Content-Optimierung 

Über 20 Jahre nach der Gründung gibt es laut eigenen Angaben von Google rund 200 Faktoren, welche für das Ranking von Websites verwendet werden. Über die meisten von ihnen bewahrt Google jedoch Stillschweigen, um einer Manipulation der Suchergebnisse vorzubeugen. 

Nicht zuletzt hat Google mit dem „BERT“-Update einen wichtigen Schritt in Richtung Nutzerzentrierung gemacht. Suchanfragen können nun durch Natural Language Processing“ (NLP) besser interpretiert werden. Sie ermöglichen es dem Algorithmus, den Kontext der Suchanfrage zu verstehen und dem Suchenden passendere Suchergebnisse auszuspielen. Die Optimierung des Suchalgorithmus hat allerdings noch lange kein Ende: Google arbeitet durchgehend an der User Experience (UX) der eigenen Suchmaschine und strebt eine kontinuierliche Verbesserung an. 

Daher liegt die Annahme für alle Websitebetreiber nahe: Die User Experience der eigenen Website ist enorm wichtig und Indikatoren, welche Rückschlüsse auf die Zufriedenheit der Websitebesucher zulassen, sind relevant für ein gutes RankingSie sollten somit bei der Optimierung der Website beachtet werden. Naturgemäß ist auch die Bounce Rate ein solches Ranking-Kriterium und sollte unbedingt gesenkt werden. Doch ist das wirklich so?  

Bounce Rate und Pogo Stick 

Die Bounce Rate (deutsch: Absprungrate) ist in der Welt des Digital Marketing jedermann ein Begriff. Sie bezeichnet den Anteil der Besucher, welche die Website wieder verlassen, ohne sich auf anderen Seiten der Domain bewegt zu habenEs ist durchaus umstritten, ob die Bounce Rate ein Ranking-Kriterium für Google darstellt. Offiziell bestätigt ist es nicht – und es ist auch unwahrscheinlich. Aber warum?   

Die Bounce Rate per se kann keine Aussagen darüber treffen, wie hochwertig eine Seite wirklich ist. Eine hohe Bounce Rate lässt nicht auf schlechte Websiteinhalte schließen – im Gegenteil: Einige Seiten sind sogar darauf ausgelegt, eine möglichst hohe Bounce Rate zu haben. Dazu gehören zum Beispiel Preisvergleichsseiten oder Produktvergleichsseiten. „Landet“ der Suchende auf einer Preisvergleichsseite und springt direkt weiter auf die Webseite des Produktanbieters, so hat die Preisvergleichsseite keinesfalls ihr Ziel verfehlt. Es ist nämlich genau das Ziel von solchen Seiten, ihre Produkte und Artikel nicht selbst zu verkaufen. Sie generieren ihren Profit aus der Weiterleitung zum Verkäufer  

Pogo Sticking (auch: Hub and Spoke Pattern) beschreibt das Hin- und Herspringen von Nutzern zwischen der Suchmaschinen-Ergebnisseite (SERP) und den einzelnen Zielseiten der Suche. Ein Nutzer klickt also auf das erste Suchergebnis, wird auf der Zielseite nicht fündig und klickt sich zurück zur Suchergebnisseite. Dort klickt er auf das zweite Suchergebnis, wird dort erneut nicht fündig, kehrt zurück, und so weiter. Im Unterschied zur Bounce Rate wird hier also zusätzlich zu dem Aufruf der Seite auch das Verhalten des Suchenden vorher und nachher betrachtet. 

pogosticking-grafik

Das Verhaltensmuster von Pogo Sticking 

Eine konkrete Kennzahl für den Websitebetreiber gibt es allerdings nicht: Kein Analysetool, ob Google Analytics oder Matomo, kann das Pogo Sticking konkret aufzeigen. Die Identifizierung von Pogo Sticking auf der eigenen Website kann lediglich durch die gemeinsame Betrachtung verschiedener anderer KPIs aus der Webanalyse identifiziert werden. Hierzu zählen KPIs wie die Bounce Rate, Time on Site oder auch der Click Path. 

Es ist strittig, inwieweit Pogo Sticking das Ranking der Website beeinflusstZunächst mag ein solches Klickverhalten auf die Unzufriedenheit des Suchenden mit der Zielseite deuten. Jedoch gibt es eine Vielzahl von Gründen, weswegen Besucher in Pogo Sticking Muster fallenDas hat John Mueller, Senior Webmaster Trend Analyst bei Google, während eines Google Webmaster Central hangouts im Juli 2018 bestätigtDemnach sei es für Google nicht sinnvoll, Pogo Sticking als Rankingfaktor aufzunehmen. Doch wir kennen Google und das schnelle Verbessern seiner Algorithmen: Wer weiß, ob Pogo Sticking oder Verhaltensmuster von Usern in der Zukunft nicht doch noch zum Ranking Kriterium werden. 

Fazit

Obwohl weder Bounce Rate noch Pogo Sticking ein Rankingfaktor für den Google Algorithmus sind und somit das Ranking der Website nicht negativ beeinflussen, können diese Kennzahl dennoch wichtige Rückschlüsse über die Zufriedenheit des Users mit den Inhalten der eigenen Website geben. Sie können wichtige Impulsgeber sein und dem Websitebetreiber somit Aufschluss darüber geben, ob Verbesserungspotenzial auf seiner Website vorhanden ist oder nicht. 

Ein Grund für die Unzufriedenheit des Besuchers, welcher sich in einer hohen Bounce Rate oder dem Pogo Sticking-Klickverhalten äußern kann, ist eine unzureichende Usability oder nicht mehrwertstiftender Content der Website. Eine benutzerfreundliche Website erleichtert es dem Kunden, sich zurechtzufinden und verbessert sein Nutzererlebnis. Dadurch wird gleichzeitig die Verweildauer gesteigert, diBounce Rate gesenkt und Pogo Sticking-Verhalten vorgebeugt. 

Wie Sie mit der Kombination Verknüpfung des daten- und performancegetriebenen Digital Marketings (DM) mit der Erschaffung einer persönlich auf den User zugeschnittenen Experience (UX) eine User Centered Website kreieren und somit mehr Kundenzufriedenheit schaffen, haben unsere Experten im Whitepaper „5 Tipps für eine User Centered Website“ für Sie zusammengefasst. 

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Tags: Digital Marketing

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