Zielkonflikt zwischen Marketing und IT

Boris Bohn - 03.5.2018

Ein kundenzentriertes, vollintegriertes System ist besser als viele spezifische Stand-Alone-Lösungen. Bei der Umsetzung kann die Partnerschaft mit einer Digitalagentur Zielkonflikte vermeiden.

So funktioniert die Auflösung integriert und agil

In den vergangenen Jahren konnte ein Trend verzeichnet werden: Immer größere IT-Budgets landen in den Marketing-Abteilungen und die IT-Abteilung wird in die 2. Reihe gedrängt. Woher kommt das? Die IT-Abteilung verantwortet bestehende Applikationen und neue Anwendungen müssen in die bestehende IT-Landschaft integriert werden. Aufgrund der natürlichen Komplexität im Unternehmen ist auch die gewachsene Systemlandschaft entsprechend komplex. Die Integration neuer Anwendungen ist dementsprechend umfangreich und langwierig. Als Kurzschlussreaktion werden die ergebnisgetriebenen Vertriebs- und Marketing-Abteilungen dazu verleitet, die Applikations-Verantwortung selbst in die Hand zu nehmen und kurzerhand Stand-Alone-Lösungen für spezifische Probleme aufzusetzen.

 

Auf der Strecke bleiben dabei wichtige Aspekte:

 

  • Integration: Eine Stand-Alone-Lösung verfügt nicht über die nötige Integration zu Bestandssystemen. Vorhandene Daten können nicht durch die Applikation genutzt werden oder generierte Daten können nicht in Bestandssysteme zurückfließen. Auf diese Weise werden zusätzliche Silos errichtet, die dem universellen Ziel einer einheitlichen Customer Journey entgegenstehen.

 

  • Kundenansprache: Entweder werden durch begrenzte Budgets oder fehlendes technisches Verständnis bei den Fachabteilungen Standardsysteme aufgesetzt. Diese Standardsysteme richten sich nicht nach den Bedürfnissen der Nutzer, sondern liefern mit Standardprozessen Standard-Features.

 

  • Kosteneffizienz: Systeme werden durch überzogene Fachbereichsanforderungen aufwändig angepasst und unternehmensspezifische Prozesse implementiert, bei denen der Implementierungsaufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen steht.

 

Zur Abhilfe benötigt man eigentlich nur…

…den gezielten Blick für Kunden und Marke. Gepaart mit dem entsprechenden technischen Verständnis und fundierter Implementierungskompetenz sowie der Fähigkeit dieses Know-How auch kurzfristig auf die Straße zu bringen – also: nicht die eierlegende Wollmilchsau, sondern der richtige Partner. Moderne Digitalagenturen haben diese Herausforderung gemeistert: Sie vereinen die entsprechenden Kompetenzen, arbeiten interdisziplinär zusammen und überwinden die Hindernisse typischer Konzernstrukturen. Sie bringen die entsprechenden Verantwortlichen auf der Auftraggeberseite an einen Tisch und sind in der Lage anhand der vorhandenen Systeme und auszuwählenden neuen System-Komponenten ein Vorgehen zu definieren, bei dem das Gesamtsystem agil in kleinen Schritten kontinuierlich weiterentwickelt wird. Dabei werden die scheinbar gegensätzlichen Komponenten parallel optimiert: Die kundenzentrierte Customer Journey wird analog zur technischen Spezifikation ausgearbeitet und beide zahlen gleichermaßen auf die digitale Marke ein. Im Ergebnis steht ein kundenzentriertes System welches in kleinen Schritten vollintegriert und kontinuierlich entwickelt wird.

Einen ersten Eindruck dieser Vorgehensweise in der Praxis vermittelt der ARITHNEA Interaction Room. Mit Hilfe dieses Workshop-Formats ist es möglich in nur wenigen Workshop-Tagen eine erste Roadmap zur Digitalisierung zu erarbeiten.

Ich freue mich auf Ihre Kommentare!

Take-away

Wenn Vertriebs- und Marketing-Abteilungen die Applikations-Verantwortung selbst in die Hand nehmen und Stand-Alone-Lösungen für spezifische Probleme aufsetzen, entsteht ein Zielkonflikt mit der IT. Um stattdessen ein kundenzentriertes, vollintegriertes System zu kreieren, kann eine Digitalagentur die optimale Lösung sein. 

Tags: Beratung & Strategie - Digital Marketing - E-Business

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