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Ich bin eine Diva, die man in Räumen mit Terrariumtemperaturen lagern muss und ab und an aus ihrem Leergut-Dilemma befreien muss.

— Verena Menzel

Dieses Mal bei People@ARITHNEA: Warum Business Unit Manager Verena Menzel genau weiß, wo die Quadranten α β des Star-Trek-Universums liegen, was sie Tom Cruise dringend ans Herz legt, und weshalb Kunden sie auch gern direkt an die Wand malen lassen.

Liebe Verena, was machst Du denn Schönes bei ARITHNEA?

Verena Menzel: Pitches, Workshops, tolle Projekte und anderen heißen Scheiß. Das wollten wir so aber nicht auf die Visitenkarte schreiben. Deshalb bin ich als Business Unit Manager für User Experience & Brand Strategy am Standort in Frankfurt am Main eingestellt. Dieser Titel ist übrigens der absolute Pro-Move: Ich habe außer Stefan Maack, meinem Pendant in München, noch niemanden getroffen, der ihn dreimal hintereinander schnell aussprechen kann – und danach keinen Knoten in der Zunge hat.

 

Spaß beiseite, mein Job ist schnell erklärt: Gemeinsam mit meinem Team schöpfe ich die technologischen Möglichkeiten von Transformationsprojekten aus, um das Leben von Menschen einfacher zu gestalten. Das tun wir, indem wir Oberflächen konzipieren und gestalten, die auf den bewussten und unbewussten Bedürfnissen ihrer Nutzer basieren – nicht auf programmatischen Dogmen.

 

Wichtiges Thema! Für welchen Kunden bist Du denn gerade im Einsatz?

Verena Menzel: Ziemlich coole Sache: Ein sehr renommiertes Unternehmen aus dem Bereich Fashion & Retail stand vor einer scheinbar unlösbaren Aufgabe – und die mag ich einfach am Liebsten! Inzwischen sind wir mittendrin im Projekt und haben gemeinsam mit dem Kunden einen Masterplan entwickelt, der das Unmögliche ermöglicht. Tom Cruise wäre richtig neidisch. Und endlich mal gut gekleidet, wenn er unser Endprodukt nutzt. Kann mal jemand in Hollywood anrufen und ihm das empfehlen?

Natürlich darf ich mich als Business Unit Manager aber nicht nur in einem Projekt vergraben. Nicht einmal dann, wenn es Tom Cruise aus seiner Fashionmisere befreit. Ich teile mich gleichmäßig auf meine Kunden auf und versuche immer dann vor Ort zu sein, wenn es wichtig ist. Umso mehr genieße ich dann die Tage zu Hause, also in unserem Büro in Frankfurt. Die gehören dann voll und ganz meinem Team: Jour fixe, Meetings, Mitarbeitergespräche und ganz viel kreative „Rocket Science“.

 

Das klingt nach viel Verantwortung. Bist Du da manchmal aufgeregt?

Verena Menzel: Uh, ja. Es gibt diesen einen Moment in Pitches und Projekten. Der Moment, wenn vor meinem geistigen Auge plötzlich alle Fäden zusammenlaufen und – wie in einem kleinen, kreativen Schlaganfall – die ersten Ideen sprudeln. Dann bin ich irre aufgeregt und meistens auch richtig euphorisch. Einmal war ich so begeistert davon, meine Idee zu teilen, dass ich gar nicht bemerkt habe, dass ich nicht auf dem Whiteboard, sondern auf der Wand male. Das Beste daran: Der Kunde war so gefesselt, dass er es auch nicht bemerkt hat. Bis heute mache ich einen riesigen Bogen um den Facilitydesk, wenn ich bei diesem Kunden zu Besuch bin.

 

Du hast Dich eben verewigt. Apropos, schon ewig: Hast Du ein Ritual vor Präsentationen?

Verena Menzel: Jap. Ich habe ein Anti-Ritual. Ich hasse es, wenn ich meine Präsentation vorab üben muss. Beispielsweise, weil die Kollegen berechtigterweise wissen wollen, was ich so erzählen werde. Typisch Diva, werden meine Kollegen jetzt sagen. Stimmt in dem Fall aber nur bedingt. Ich präsentiere mit sehr viel Leidenschaft und Begeisterung für das, was ich tue. Das kann ich intern zwar auch abrufen, aber wenn ich dann beim Kunden präsentiere, fühlt es sich – vermutlich nur für mich selbst – unecht und abgenutzt an. Unser Geschäftsführer, Boris Bohn, kam durch unglückliche Terminkonstellationen einmal in den Genuss, einer meiner Präsentationen gleich dreimal beiwohnen zu dürfen. Irgendwann, sagte er, verfliegt die Magie. Egal, wie gut die Präsentation ist. Er hat recht. Und die Magie gehört eben einfach dem Kunden.

 

Also, keine Probepräsentationen von der Diva. Gibt es sonst etwas, was Deine Kollegen an Dir nervt?
Verena Menzel: Das ist einfach. Räume, in denen ich mich aufhalte, müssen wohltemperiert sein. Die Kollegen würden jetzt sagen: Sauna. Entsprechend müssen die Kollegen leider schwitzen. Manchmal sehen sie aus, wie gut gegarte Garnelen und verzweifelt versuchen, zum Fenster zu robben. Aber ich habe fantastische Ohren und beginne meist schon beim Geräusch eines sich öffnenden Fensters, mich über die kalte Zugluft zu beschweren. Viele fragen sich jetzt, warum die Kollegen mich nicht einfach überstimmen. Haben sie schon versucht. Aber erinnert sich jemand an diese niedlichen, friedlichen, pelzigen Mogwais, die sich beim Kontakt mit Wasser in mordlüsterne Gremlins verwandeln? Das bin ich. Nur mit Kälte. Oder Zugluft.
Auch schwierig: Wenn Leute in meiner Nähe laut Schmatzen. Oder Eibrötchen essen.

 

Und womit amüsierst Du Deine Kollegen regelmäßig?
Verena Menzel: Noch einmal: Ich bin eine Diva, die man in Räumen mit Terrariumtemperaturen lagern muss und ab und an aus ihrem Leergut-Dilemma befreien muss. Ich kann mich in Kleinigkeiten tierisch reinsteigern und weigere mich, meine Präsentationen vorab zu halten. Und Du stellst mir jetzt ernsthaft die Frage, was meine Kollegen an mir schräg finden? Hihi! Meine Kollegen würden vielleicht noch ergänzen, dass ich es möglicherweise nicht ganz so mit Regeln und Vorgaben habe. Und mein Chef, Benedikt, wird beim Lesen dieser Aussage vermutlich hysterisch lachen – oder weinen. Ist einfach so. Regeln sind nicht mein Ding. Aber hey, man könnte stattdessen auch sagen: Ich bin einfach megagut im Improvisieren.

Ist aber auch alles eine Frage der richtigen Steuerung. Heike Heger, unsere Marketingchefin, versucht derzeit, mich an unsere neue Präsentationsvorlage zu gewöhnen. Das sind ja auch Regeln. Die ich ignoriere. Hat ein bisschen was von Dressurreiten oder Clickertraining beim Hund.

 

Gibt es ein Projekt, das Du gern einmal umsetzen möchtest?

Verena Menzel: Mich an den Präsentationsmaster von Heike halten. Spaß beiseite. Ich liebe schräge Projekte. Beispielsweise habe ich die Quadranten a ß des Star-Trek-Universums kartografiert und illustriert. Na, wer von Euch kann mir sagen, wo Jadzia Dax das Schwert des Khaless fand? Bei Langeweile kann es auch schon einmal passieren, dass ich ein Kochbuch gestalte oder mich an einem eigenen Comic versuche. Letzteres kann auch mal in sehr langweiligen Telefonkonferenzen passieren. Da entstehen schon mal lustige Bildchen von den Kollegen. Ausgestellt sind die an der Bürotür.

 

Und was macht Dich so richtig glücklich im Leben?

Verena Menzel: Pippi Langstrumpf. Als ich ein Kind war, wollte ich so sein wie sie. Als Erwachsene gönne ich mir den Luxus, an diesem Ideal festzuhalten: An den allermeisten Tagen in meinem Leben tue ich einfach genau das, worauf ich gerade Lust habe. Ich bin immer ein bisschen zu laut, ein bisschen zu schräg und mit Sicherheit ganz anders, als man es von mir erwarten würde. Diese Freiheit lebe ich mit aller Konsequenz und das macht mich echt glücklich. Mein Job spielt dabei übrigens eine riesengroße Rolle: Er ist der Motor an positivem Chaos, der mir diese Freiheit ermöglicht. Ich weiß am Montag selten, wo ich am Donnerstag sein oder was ich tun werde. Was ich aber weiß, ist, dass es eigentlich immer ziemlich cool ist und Spaß machen wird.

 

Pippi ist natürlich ganz weit vorn! Hast Du einen Lesetipp für uns?
Verena Menzel: Mein nächstes Strategiepapier natürlich! Spaß beiseite, wenn es um gute Bücher geht, verlasse ich mich seit Jahren auf Simone: www.papiergefluester.com/

 

Und was hörst Du Dir gern an?

Verena Menzel: Pah, anhören, was weiß ich denn! Da ich leidenschaftliche Gamerin bin, solltest Du mich stattdessen fragen, was man demnächst unbedingt zocken muss! Im August kommt mit „Battle for Azeroth“ der neuste Teil der World-of-Warcraft-Reihe heraus. Den werde ich als Tauren-Druide, der als mächtiger Bär seine Verbündeten beschützt, erkunden. Im Oktober wird dann aufgesattelt und im zweiten Teil von „Read Dead Redemption“ der Wilde Westen aufgemischt. Und zwischendurch dürfen ja auch die Daily-Quests in „Heroes of the Storm“ nicht vernachlässigt werden.

 

Ist notiert. Hier kommt die letzte Frage: Was sollte man einmal im Leben sehen?

Verena Menzel: Puh, ihr erwartet jetzt bestimmt eine irre tiefgründige Antwort von mir, die den Lesern zum Abschluss noch einmal zeigt, dass ich nicht nur Blödsinn im Kopf habe. Probieren wir das: die ersten Sonnenstrahlen des Tages, die sich im klaren Wasser der Bucht von Agios Nikolas spiegeln? Nee. Ist doch auch irgendwie blöd mit den Superlativen. Die glücklichsten Momente im Leben sind meistens die, die erst gar nicht auffallen. Und davon wünsche ich Euch ganz viele.

 

Danke, Verena Menzel.

Fun Fact:

Hier alles Wissenswerte zur artgerechten Haltung eines süßen Mogwais:

1. Mogwais nie nass werden lassen.
2. Mogwais nie nach Mitternacht füttern oder fressen lassen.
3. Mogwais nie dem Sonnenlicht aussetzen.

 

Sonst: Gremlins – They know how to Party!

 

 

Das nächste Mal sprechen wir mit Benedikt Bonnmann über seine Aufgabe bei ARITHNEA.